Stimuli
Kay Walkowiak (2014)
Material: HD-Video. Edition 2/6 + 2 AP. Dauer: 2' 22''
*1980 in Salzburg, Österreich
Leihgeberin: evn sammlung, Maria Enzersdorf, Österreich
In dem Film Stimuli von Kay Walkowiak begegnen Affen – genauer Makaken – abstrakter Kunst in Form von vier flachen Objekten. Gestaltet sind diese mit den Farben Weiß, Grau, Beige, Rot, Blau und Schwarz in verschiedenen Kombinationen. Die starren rechtwinkligen Flächen sind dabei etwas größer als die Affen. Die Affen treffen auf die Objekte, die schräg angelehnt oder flach auf dem Boden liegen. Eines der Tiere versteckt sich hinter einer Platte, seine Finger sind an den Rändern noch zu sehen. Ein anderer Makak kaut an einer Ecke, ein weiterer untersucht das Objekt intensiv, indem er es mehrfach wendet und die Unterseite und Ränder betastet. Die Objekte sehen nach De Stijl aus und fügen sich gleichzeitig selbstverständlich ein in den Ort der Makaken, hier zwischen Mauerwerk, Nischen, Stein- und Erdboden. Der „spontane[r] Umgang [der Affen] mit den Objekten dekonstruiert auf humorvolle Weise die Konventionen, die für die Wahrnehmung des Minimalismus und seiner Ästhetik der Reduktion gelten, die traditionell distanziert, rational und analytisch erlebt werden soll.“, beschreibt Kay Walkowiak den Kern seines Films Stimuli (1).
Stimulieren die Affen also die Betrachtenden dazu, ihre anerzogene Distanz zur Kunst abzulegen? Oder werden die Affen von der Kunst stimuliert? Kay Walkowiak untersucht das facettenreiche Verhältnis von Kultur und Natur auch in anderen Werken. In Divine monochromes pickt ein Papagei Glücksfarben aus einem Corbusier-Farbfächer. (2) Mit seiner präzisen Dramaturgie und Formensprache webt Walkowiak Skulpturen und Film zu einer neuen Textur, die haptisch und zugleich narrativ ist. Kultur und Natur durchwirken einander und werden zu einer neuen Dimension. Für die Ausstellung Papier, Stein, Schere zeigt Kay Walkowiak mit Stimuli, welche Kraft künstlerisches Material und künstlerische Werkzeuge zur Transformation haben.
Mona Jas