Ritual Objects 1
Ngoc Nau (2022)
Material: Multimedia Installation (Edition 1/5), gefundene Stofftaschentücher, Spiegel, Videofilm. Dauer: 5‘. Größe: variabel
*1989 in Thái Nguyên, Vietnam; lebt und arbeitet in Thái Nguyên und Hanoi
Leihgeberin: Privatsammlung
Ngoc Naus Werke wurden unter anderem auf der Documenta 15 (2022), Art Basel Hong Kong (2023), Thailand Biennale (2021) und der Singapur Biennale (2019) gezeigt. 2024 war sie Stipendiatin der Neuen Folkwang Residence in Essen. Ausgangspunkt für Ngoc Naus videobasierte Collagen ist häufig ihr Herkunftsort, die Provinz Thái Nguyên. Die Gegend im gebirgigen Nordosten Vietnams hat sich in den vergangenen Jahrzehnten von einer landwirtschaftlich genutzten Gegend zu einem wichtigen Standort der Metall- und Elektronikindustrie gewandelt. Als Ort für ihr Studio hat Ngoc Nau eine der ehemaligen Samsung Fabrikhallen in Thái Nguyên gewählt. In ihren Arbeiten untersucht sie Identität, Erinnerung und Technologie an der Schnittstelle von Realität und Virtualität.
So auch in ihrer in Papier, Stein, Schere gezeigten Installation Ritual Objects 1. Kleine runde Spiegel sind auf Stofftaschentücher geklebt. Die für Vietnam typischen Taschentücher bilden die Projektionsfläche für den Film, eine Montage aus Aufnahmen von religiösen Zeremonien, Animationen und Dokumentarfilmen über Samsung Electronics in Thái Nguyên. In spirituellen Ritualen wendeten die Spiegel böse Geister und Unglück ab, erläutert Ngoc Nau die von ihr verwendeten Materialien für Ritual Objects 1. Dabei spiele sie mit technologisch basierten Elementen, die mit den traditionellen Materialien interagierten. Aktuell infiltriere und kontrolliere die Technologie den Alltag und greife in das menschliche Verhalten ein. Das ändere die Art und Weise, wie wir die Welt um uns herum wahrnähmen, so Ngoc Nau. Sie frage sich daher, wie sich die Zukunft entwickele. (1)
Mona Jas