Ohne Titel (Column)
Sakshi Gupta (2008)
Material: Stahldraht, lackiert. Größe: 354 × 70 × 55 cm
*1979 in Neu-Delhi, Indien; lebt in Mumbai, Indien
Leihgeberin: evn sammlung, Maria Enzersdorf, Österreich
Sakshi Gupta verwendet in ihren künstlerischen Werken gefundene Materialien, darunter häufig industriell recyceltes Metall, um raumgreifende Installationen zu schaffen. Durch die künstlerische Bearbeitung der Materialien verändert sich deren Bedeutung, wodurch Räume für Kontemplation entstehen und neue Assoziationen geweckt werden können. Ein Beispiel hierfür ist Sakshi Guptas in Papier, Stein , Schere gezeigte Skulptur Ohne Titel (Column). Aus der Distanz sieht diese aus wie eine grau schimmernde Rauchsäule. Entstanden ist sie jedoch aus metallenen Spiralelementen, wie sie in handelsüblichen Tischkalendern eingesetzt werden. Sakshi Gupta verwandelt schwere Werkstoffe damit in ihr Gegenteil. (1) Das erinnert an den englischen Maler William Turner, der das Gegenständliche, wie etwa eine einfahrende Eisenbahn, radikal auflöste und atmosphärisch auflud, mit malerischen Mitteln als „Schall und Rauch“ entmaterialisierte. (2)
Die Auseinandersetzung mit Metallschrott bietet Sakshi Gupta dabei die Möglichkeit, mit Materialien zu arbeiten, die ihre eigene Geschichte haben und Vorstellungen von Vergänglichkeit und Widerstandsfähigkeit hervorrufen. „Die Werke sind stark von der Umgebung und den physischen Kontexten beeinflusst, in denen sie entstehen. Denn nicht nur die skulpturale Form, sondern auch ihre Beziehung zu dem Raum, den sie einnimmt, ist es, die meine Praxis hervorheben möchte. Ich sehe meine Praxis als eine immersive Reise durch Form und Material, hin zum Nicht-Materiellen und Erfahrbaren.“, beschreibt Sakshi Gupta ihre Arbeitsweise. (3)
Mona Jas
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